Allgemeines

Leder ist ein faszinierendes Arbeitsmaterial. In seiner Vielseitigkeit und Formbarkeit so wie seinen Pflegeansprüchen sehr gut vergleichbar mit Holz. Es hat je nach Herkunft und Gerbung die unterschiedlichsten Eigenschaften, von weich und anschmiegsam bis zu bretthart, von hauchdünn bis zu einer beachtlichen Dicke von 10 mm. Genau wie Holz bedarf es, wenn man es erhalten und lange Zeit nutzen will, einer guten regelmäßigen Pflege.

Der größte Feind des Leders ist die Trockenheit. Einmal ausgetrocknet ist es auch mit dem besten Öl oder Fett nicht mehr zu reanimieren. Deshalb sollten Sie Leder nie in nächster Nähe eines Heizkörpers aufbewahren oder zum Trocknen in die Sonne legen. Pflegen sie ihr Leder regelmäßig mit den vom Hersteller empfohlenen Produkten. Es erhöht sein Lebensdauer gewaltig.
Nass gewordenes Leder bei Zimmertemperatur trocknen. In den meisten Fällen wird es hart bzw. härter werden, weil bei der Trocknung Feuchtigkeit entzogen wird. Deshalb sollte es anschliessend unbedingt behandelt werden. Je nach Art des Leders eignet sich zur Pflege Spray, Wachs, Fett oder Öl. Sprays dringen meistens gut in das Leder ein, ohne eine rauhe Oberflächenstruktur wie bei Wild- oder Velourleder zu verändern. Wachse dringen in der Regel nicht so tief ein. Sie versiegeln und schützen mehr die Oberfläche. Öle und Fette dringen ebenfalls tief in das Leder ein. Dabei ist zu beachten, dass "kräftiges" Ölen dem Leder seinen Stand nehmen und es dadurch seine Form und seinen Halt verlieren kann. Überschüssige Fett- oder Ölmengen werden ausserdem noch längere Zeit wieder abgegeben. Allgemein sollte bei der Pflege das Motto lauten: mäßig aber regelmäßig, angepasst an die Art und den Verwendungszweck bzw. die Beanspruchung des Leders.

Seien sie sich bewußt, dass Qualität ihren Preis hat. Billige Produkte bestehen oft aus einem minderwertigen Material. Spaltleder kann eine noch so schöne Oberfläche haben, es wird nie die Haltbarkeit eines Vollleders erreichen. Eine schlechte Gerbung wird auch durch die beste Pflege nicht ausgeglichen. Es ist nicht angenehm wenn die neue Lederjacke im ersten Regenschauer ihre Farbe auf die restliche Bekleidung abgibt, der Zügel oder der Steigbügelriemen im entscheidenden Moment reißt, die Arbeitstasche schon nach einem halben Jahr aus den Nähten geht. Ein Laie kann den Qualitätsunterschied in den seltensten Fällen erkennen, deshalb seien sie sich im Klaren darüber, dass gute Arbeit immer ihren Preis hat.